Und wenn es getan werden muss - Blicks' Kosmos

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Als Ministerialrat und Verhinderungsvertreter des Leiters der Grundsatzabteilung im Landeswirtschaftsministerium fristet Volkswirt Volkwart Blicks ein auskömmliches, unaufgeregtes Dasein. Sein Leben verläuft in ruhigen Bahnen und nahezu ungestört von seinen Mitmenschen. Blicks lebt allein, pflegt keinen Freundes- oder Bekanntenkreis, er ist sich selbst genug.
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Details

Als Ministerialrat und Verhinderungsvertreter des Leiters der Grundsatzabteilung im Landeswirtschaftsministerium fristet Volkswirt Volkwart Blicks ein auskömmliches, unaufgeregtes Dasein. Sein Leben verläuft in ruhigen Bahnen und nahezu ungestört von seinen Mitmenschen. Blicks lebt allein, pflegt keinen Freundes- oder Bekanntenkreis, er ist sich selbst genug.Doch neuerdings plagen ihn Erschöpfungszustände, mitunter gar komatösen Ausmaßes. Auf der Suche nach der Ursache stellt Blicks, wenn auch versehentlich, sein Leben auf den Kopf. Dabei spielen Isidora del Castillo y Vasquez, die chilenische Küchenhilfe, und ihr Tablettwagen eine entscheidende Rolle: Eine Kollision, ein peinlicher Fleck, eine nicht ganz diskrete Reinigung, ein missglückter Vortrag. Kurzum: Das Bild hängt schief. Alle Bemühungen Blicks’, wieder abzutauchen ins Unauffällige, münden in ein noch größeres Desaster. Und während sich das wirkliche Leben mit Macht in das von Volkwart Blicks hineindrängt, versucht er, sich mithilfe seiner gesammelten „Gewissheiten“ zu sortieren – und schreibt einen Brief. An wen, bleibt zunächst offen. Wortreich will er sich in sein altes Leben, das eher einem Zustand glich, zurück schreiben, nur um mit jedem Satz mehr zu begreifen, dass es ein Zurück nicht gibt.

Zusatzinformation

Autor(en) Wilczek, Kirsten
Erscheinungsjahr 2015
Ausstattung Klappenbroschur ca. 120 Seiten
Auflage 1. Auflage
ISBN-13 978-3-945710-00-5

Kundenmeinungen

Herrlich unterhaltsam. Ein Misanthrop entdeckt die Menschlichkeit - Kundenmeinung von B.
Volkwart Blicks hält im Allgemeinen nicht sehr viel von seinen Mitmenschen. Wo es geht, geht er ihnen aus dem Weg.

Blicks ist höherer Beamter im Landwirtschaftsministerium. Sein Posten: „Verhinderungsvertreter des Leiters der Grundsatzabteilung“. Wer jetzt glaubt von diesem Amt auf seinen Charakter schließen zu können, der liegt hiermit goldrichtig! :-)

Sein Amt verlangt Neutralität verpackt in gehaltlose Worte, die sich als ultimative Lösungsfindung zur Ruhigstellung jedweder Zweifler tarnen sollen.

Volkwart Blicks ist der perfekte Mann für diesen Job.

Der Beamte lebt also sein Leben recht erfolgreich in sturen Bahnen und immer gleichlaufend distanziert...

Bis ein Missgeschick seine Welt aus den Fugen geraten lässt. Von nun an läuft eigentlich gar nichts mehr rund. Flecken, Scham, und eine Küchenhilfe, die sich um den kaffeebesprenkelten Beamten bemüht, werden für Blicks zu einer Herausforderung wie er sie in seinem Leben noch nicht gekannt hat.

Aber wie heißt es doch so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben.


Meine Eindrücke:

Der Leser erhält Einblick in die Gedankenwelt des Vorzeigebeamten Volkwart Blicks.

Nicht selten wettert er in Gedanken über seine Mitmenschen. Gekonnte Seitenhiebe gegen Günstlinge, falsche Politiker oder die marode Wirtschaft machen dieses Buch zu einer zeitlosen, weil immer aktuellen Kritik an der Lage der Nation. Alle bekommen hier gnadenlos (oder sollte ich sagen: subtil komisch) ihr Fett weg.

Die Autorin legt Blicks dabei eine herrlich steife, in Teilen altmodisch wirkende Sprache in den Mund, die dem ganzen stilistisch die Krone aufsetzt. Vom Niederrhein beeinflusst hat sie auch noch ein wenig Viersener Dialekt eingestreut, was die Charaktere noch plastischer und gegensätzlicher macht.

Blicks selbst gefällt mir ausgezeichnet, denn trotz seines eingeschränkten Sozialverhaltens, und seiner steifen Korrektheit, blitzt auch manchmal ein kleiner Rebell in ihm auf. Das macht ihn sehr sympathisch.


Fazit:

Ich habe mich lange nicht mehr so spontan für ein Buch begeistern können, dessen Autorin mir vorher völlig unbekannt war. Meine Euphorie war vollkommen gerechtfertigt!

Ich habe mich aufs vortrefflichste amüsiert, viel geschmunzelt und manchmal herzlich gelacht.

Wie sich der steife Mann-für-alle-Grundlagen aufgrund eines kleinen Missgeschickes entwickelt muss man unbedingt gelesen haben.

Es war ein wahrliches Vergnügen Volkwart bei seiner „Menschwerdung“ zu begleiten.

Diese Novelle, die ihr Genre wirklich auf den Punkt bringt, ist eine kleine Perle in meinem Bücherregal und ich bin dankbar diesen Schatz gefunden zu haben.

Wenn ich könnte, würde ich 10 Sterne geben. 5 Für Volkwart und 5 für Kirsten Wilczek, die hoffentlich noch viele Bücher verfasst. (Veröffentlicht am 20.05.2015)
Welch ein Kosmos! - Kundenmeinung von Birgit
Verschroben, nicht von dieser Welt, dieser Dr. Volkwart Blicks, Relikt aus einer Amtsstube des 19. Jahrhunderts – so denkt man zunächst an das traditionelle Bild eines verknöcherten, weltfremden Bürokraten, langweilig, Menschen meidend, von ihnen gemieden, dem Spott der Zeitgenossen ausgesetzt. Doch man stutzt sehr schnell und erkennt: In einer abgefeimten Welt des Mittelmaßes und der rüden Durchsetzung kleinbürgerlicher Interessen ist es gerade dieser Beamte mit seiner gebildeten Sprech- und Denkweise – der man heute in der Vielfalt ihres Wortschatzes, ihrer Satzkonstruktionen, ihres Bildungshintergrundes durchaus nicht einfach zu folgen vermag – , der als schärfster Analytiker seiner selbst und seiner Gesellschaft Geist genug besitzt, sich aus verfahrenen Situationen auf höchst originelle – in jeder Hinsicht grenzwertige – Art und Weise herauszuziehen, um in veränderte, sinnvollere Lebenswege abbiegen zu können. Die abstrusen Konfrontationen mit den Menschen dieser Welt der Ämter sind aus dem selbstironischen Blickwinkel eines Herrn Blicks so wunderbar intelligent komisch, letztlich so konstruktiv, dass man die lebendige Freiheit, in die diese Novelle mündet, für die heute einzig noch sinnvolle menschliche Beziehungsform hält. Die Autorin beherrscht die Philosophie dieser Welt in höchstem Maße und weiß sie gleichzeitig ironisch bis sarkastisch in Frage zu stellen – ein wunderbares kleines Werk, das man jedem zu lesen geben sollte, der versucht, sich dem Mainstream der Mittelmäßigkeit zu entwinden. Dazu eine moderne Novelle im besten Sinne der Gattung, ein echtes Juwel! (Veröffentlicht am 27.04.2015)
Ach ja, der Herr Blicks... - Kundenmeinung von Siglinde
.. zunächst denkt man: Du liebes Bisschen! Was für ein Verhinderungsvertreter im wahrsten Sinne...So ein Spießer! Doch nach und nach gewinnt man ihn lieb - und spätestens bei der Szene im Baumarkt möchte man ihn einfach nur küssen! ;-)
Ein kleines aber feines Buch... voller Wortwitz und skurriler Gedankengänge - die einem bei näherem Hinsehen aber gar nicht mehr so skurril erscheinen.
Ich kann es nur empfehlen. Eine amüsante, kurzweilige Lektüre - die ich mir sogar verfilmt vorstellen könnte. Mit Axel Milberg in der Titelrolle! ;-) (Veröffentlicht am 05.04.2015)
Virtuoses Wortspiel auf 120 Seiten - Kundenmeinung von Eva-Maria
Dass mich ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums so in seinen Bann ziehen könnte, hatte ich nicht erwartet. Das liegt wohl auch hauptsächlich an der brillianten Wortakrobatik der Autorin, die mit viel Biss und Witz das Leben eines Mannes schildert, der sich selbst genug war, bis er mit einem Tablettwagen kollidierte ... Ich lechtze nach mehr, wann geht es weiter mit Volkwart Blicks? (Veröffentlicht am 24.03.2015)
Kluges Kabaret statt blöder Comedy - Kundenmeinung von Waltraud
Man braucht ein bisschen, bis man mit dem „Verhinderungsvertreter des Leiters der Grundsatzabteilung im Landeswirtschaftsministerium“ – äh, wie bitte was? Also bis man mit Volkwart Blicks warm geworden ist, aber dann wächst er einem richtig ans Herz: vom Schnarchsack zum irgendwie einigermaßen strahlenden Helden. Und das geht! Diese Geschichte ist einfach super, mit Wortwitz und gnadenlosem Blick auf Zeit- und Geldvernichtungsmaschinen. Und es gibt eine sexy Heldin! (Veröffentlicht am 18.03.2015)
Mein persönlicher Frühjahrsliebling - Kundenmeinung von Wendy
Blicks muss man einfach lieben. Kirsten Wilczek hat es geschafft, jemanden, von dem man normalerweise wohl niemals Notiz nehmen würde, sprachlich so zu verpacken, dass man ihn unbedingt näher kennenlernen möchte. Ich hoffe unbedingt auf eine Fortsetzung. (Veröffentlicht am 20.02.2015)

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